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Höhenwanderung

Etwa eine Stunde Zeit und etwas Puste braucht es, um vom Bahnhof in Niedermohr zur Reuschbacher Höhe zu gelangen. Dreieinhalb Kilometer bergan führt der asphaltierte Weg von Hauptstraße und Wagnerstal zum Aussichtspunkt auf der Kammhöhe des Dietelsbergs. Die Bank unter drei Kirschbäumen markiert die Stelle, die mit einem Blick in alle Himmelsrichtungen imponiert. In südlicher Richtung zeichnet sich die Sickinger Höhe am Horizont ab, östlich sind die Hoheiten der Barbarossastadt auszumachen. Wer den Bliek nach Norden richtet, den grüßt der Potzbergturm aus der Ferne. Zwischen den Kuppen des Berglands und auch in Richtung Moorniederung heben sich die Dächer der Dörfer als rote Tupfen ab. Die Schönheit dieser erhabenen Stelle und den Panoramablick wissen die Einheimischen schon lange zu schätzen. Hier laufen immer Leute, bleiben stehen und genießen die Landschaft, sagt Ortsbürgermeister Karl Wolf (FWG). 1999 seien 50 Personen an diesem Punkt gewesen, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Auch bei der kulinarischen Wanderung im vergangenen August seien viele auf den 400 Meter über Normalnull liegenden Flecken aufmerksam geworden.

Im kommenden Frühjahr beginnen voraussichtlich die Arbeiten zum Bau eines Aussichtspavillons. Auf einer Betonplatte mit einem Durchmesser von sechseinhalb Metern wird eine etwa ein Meter hohe Sandsteinmauer errichtet, mittig weist eine Steintafel auf Sehenswertes hin. Eine Sitzbank und auch die Überdachung sollen folgen. ln luftiger Höhe verlaufen die Grenzen mehrerer Gemeinden. "Der Wirtschaftsweg gehört zu Niedermohr, die Wiese zu Rehweiler", berichtet der Ortsbürgermeister. Ein nur unweit entfernter Drei-Gemarkungs-Stein weist auf die Grenzen von Bettenhausen, Niedermohr und Reuschbach hin. Die nahen Haine beherbergen die gesprengten überreste einer Bunkeranlage, von denen jedoch nichts mehr zu erkennen ist. Doch schon entlang der Strecke kann der Wanderer einiges entdecken. Der Weg führt an der ehemaligen "Eugenzeche" vorbei, deren zwei Stollen zwar durch eine Tür verschlossen sind, jedoch mit dem Schlüssel des Bürgermeisters besichtigt werden können. Die im Ortsteil Kirchmohr gelegene katholische Kirche St. Georg wird 1219 zwar zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ihre Ursprünge gehen aber möglicherweise auf die Benediktiner zurück, die sich 987 dort ansiedelten. "Wir haben auch noch drei empfehlenswerte Gasthäuser", wirbt Wolf für einen Besuch in der Gemeinde.